Das AMS und die Bezugssperre
Folgende eMail erreichte uns
Ein Arbeitsloser der vom AMS abgemeldet wird ist kein Arbeitsloser mehr. So wird mit den Menschen umgegangen.
Die Notstandshilfe wurde vom AMS auf "ruhen" gelegt, was bedeutet,
dass ich keine Krankenversicherung mehr habe und kein Geld mehr bekomme.
Am 9.3 wurde mir vom AMS, ein Betreuungsplan übergeben. Dieser
Betreuungsplan hatte die Aufgabe "Sie beim Überwinden von Hindernissen
bei der Vermittlung, und zwar durch Übertragung der aktiven
Vermittlungsunterstützung an eine spezielle Beratungs- und
Betreuungseinrichtung". Diese Betreuungseinrichtung ist die Firma
"Phönix" und im Besonderen die "Gesellschaft für Aus- und Weiterbildung"
in Wien 1090. Das ist eine Firma die ihre Klientel zu Hause aufsucht,
was auch bei mir geschah. Ich wurde also am 10.5 von zwei Herren, die
eine Woche vorher bei mir waren, eingeladen in diese Firma zu kommen,
was ich auch tat.
Es wurde mir ein Vertrag vorgelegt den ich unterschreiben sollte, was
ich nicht tat, ich sagte, ich müsse über diesen Vertrag noch einmal mit
meinem Betreuer sprechen.
Einen Tag später, also am 11.5 ging ich zum AMS, Hr. Sch.! war nicht
anwesend, die Dame an der Information meinte das wäre nicht so wichtig,
ich könnte warten bis mein Betreuer wieder anwesend sein würde, was den
nächstfolgenden Montag hätte sein sollen. Kurz und gut, ich 15.5, 8.6,
und eben am Montag den 24.7 am AMS, mein Betreuer war nicht anwesend.
Nur am 24.7 wurde mir mündlich mitgeteilt, dass meine Notstandshilfe,
schon seit 9.6 ruht, was ich als eine Menschenrechtsverletzung und eine
Körperverletzung ansehe, denn am Mittwoch den 2.8. muss ich ins Spital
und jetzt habe ich keine Krankenversicherung, was in meinem Fall
lebensgefährlich ist. Ich weiß nicht wie ich zu einer
Krankenversicherung in einer solchen kurzen Zeitspanne kommen kann. Der
Bescheid vom AMS über meine Sperre wurde von mir am 24.7 am AMS 2 Mal
mündlich und dann am Dienstag schriftlich vorgetragen.
Erst jetzt hat sich das AMS herabgelassen mir einen Bescheid zukommen zu
lassen. Es gibt ja Gesetzte nach denen wir uns richten müssen, was
allerdings nur für ! uns, eben die Arbeitslosen gilt. Auf der anderen
Seite steht das AMS, das sich in einem rechtlosen Raum bewegt, es kann
machen was es möchte und auch gegen Gesetzte verstoßen. Wir dürfen nicht
vergessen wo wir leben - in Österreich - eben!
1. Das AMS darf seine Befugnis nicht an private Vereine delegieren.
Gerichtstyp VwGH Erkenntnis Geschäftszahl : 2004/08/0037
Entscheidungsdatum : 20050420 Veröffentlichungsdatum : 20050530
2. 2. VwGH Erkenntnis gegen den Typ \"Aufsuchende Betreuung\" am
Beispiel des Projektes \"Phönix\" Geschäftszahl : 2004/08/0017
Entscheidungsdatum : 20060124 Veröffentlichungsdatum : 20060303 Die
Verwaltungsrichter stoppten ein AMS-Projekt, bei dem Arbeitslose
verpflichtet wurden, ständig Beratern zur Verfügung zu stehen. "Das
Projekt der aufsuchenden Vermittlung von Langzeitarbeitslosen ist in
dieser Form nicht mehr möglich, weil die Arbeitslosen laut
Verwaltungsgerichtshof dazu nicht verpflichtet werden dürfen: AlVG 1977
§10 Abs1; AlVG 1977 §38; AlVG 1977 §9 Abs1; AMSG 1994 §34; MRK Art8;
Und jetzt stellt sich nur mehr eine einzige Frage - wer darf und wer hat
eine solche Order gegeben? War es die Chefin des AMS 21? Wohl kaum,
dafür ist sie nicht in der notwenigen Position. Also weiter. War es die
Chefin des AMS Wien? Da wird es schon warm, hatte sie doch mit einem
Brief an ihre Untergebenen aufhorchen lassen in dem sie schrieb, dass
die AMS Mitarbeiter jedes erdenkliche Mittel anwenden sollen um die Zahl
der Arbeitslosen zu reduzieren. Aber auch sie, ist nicht groß genug um
so eine Anordnung zu treffen. Deshalb kommen wir zum AMS Vorstand. Der
würde sich aber hüten eine solche Anordnung zu treffen, weiß er doch,
dass er nur der Vollstrecker der Politik ist. Im Übrigen funktioniert
der Vorstand so wie es unser sehr verehrter ehemaliger Präsident
Waldheim auch tut - er hat nur eine Pflicht getan. Und wer nur seine
Pflicht tut, der ist nicht fähig Anordnungen zu treffen, deshalb muss
diese Anordnung von ganz oben gekommen sein - von Bartenstein selber. Er
ist der einzige der eine solche Anordnung treffen kann ohne Gefahr zu
laufen in rechtliche Komplikationen verstrickt zu werden.
Jetzt frage ich mich schon und ich kann nur hoffen, dass sich auch
andere Menschen diese Frage stellen werden - von welcher wilden Biene
wurde er gestochen? Wir haben solche Anordnungen so nötig wie ein Fisch
ein Fahrrad! Alles zusammengenommen wirft diese Problematik ein
bezeichnendes Licht auf unsere Politik, unsere Gesellschaft und unser
Land. Als Nation haben wir schon lange ausgedient, eine schreckliche
Vorstellung so ganz alleine und verlassen unter Haien leben zu müssen,
den Haie sind unsere Politiker. Da wird auf den Rücken der Ärmsten ein
Wahlkampf ausgetragen der gegen alle Moral ist. Aber was macht das
schon, unseren Führern nichts!
Ich kann nur einem jeden raten - wehrt euch, so wie ich mich gewehrt
habe. Es gibt Unterstützung, von den verschiedensten Vereinen, wie zum
Beispiel "AMSand", "SoNed", "Zum Alten Eisen". Diese Leute helfen mit
guten Ratschlägen. Wir brauchen uns nichts gefallen zu lassen. Und eines
dürft ihr nie vergessen - wer nicht kämpft der hat schon verloren, wer
kämpft der kann verlieren! Nach wenigen Tagen wurde meine Sperre
aufgehoben und ich bekam eine Nachzahlung. Das ist zum Großteil der oben
genannten Vereine zu verdanken, aber auch meiner Unnachgiebigkeit. Ich
lasse mich nicht einschüchtern, ich stehe meinen Mann und ihr solltet
auch eure(n) Frau /Mann stehen. Wir haben nichts mehr zu verlieren, wir
können nur mehr gewinnen!



